Woodruff and the Schnibble of Azimuth

Release: 1994
System: PC

 

Was zum Schnibbel?

 

Onkel Chaos hat mal wieder in seiner Adventure-Kiste gekramt und das seltsamste Spiel hervorgeholt, was er finden konnte! Schon alleine der Name ist an Absurdität wohl kaum zu überbieten: Woodruff and the Schnibble of Azimuth. Wem dieser Titel noch nichts sagt, muss einfach weiterlesen und sich das Spiel einfach mal bei mir anschauen. Und ich verspreche euch... diesen Namen werdet ihr nie wieder vergessen XD

 

Story

Die Story dieses zunehmend verwirrenden Spiels lässt sich noch relativ leicht zusammenfassen: wir (ein Baby namens Woodruff) müssen mit ansehen, wie der böse Fiesling namens Obersack unseren armen Vati Azimuth entführt und unseren geliebten Teddy eiskalt exekutiert. Kurz vorher schafft es unser Vati allerdings noch uns seine neuste Erfindung auf den Kopf zu setzen und uns sicher zu verstecken, sodass uns der Obersack nicht findet. Nachdem der Obersack wieder verschwunden ist, merken wir, wie diese Erfindung etwas sehr seltsames mit uns anstellt... und ehe wir es uns versehen, wurden wir von einem Baby in einen heranwachsenden Mann verwandelt. Nun liegt es an uns unsere Fähigkeiten in kürzester Zeit zu entwickeln (z.B. lesen lernen) und unseren Vati zu retten, sowie unseren geliebten Teddy zu rächen!

 

Gameplay

Linke Maustaste = Aktion, Rechte Maustaste = Inventar... mehr gibt es nicht zu sagen ^^ Ok am oberen Rand des Screens blenden sich noch ein paar System-Optionen, wie speichern oder beenden ein, aber das war es dann auch wirklich. Benutzbare/Aufnehmbare Gegenstände werden dadurch verdeutlicht, dass deren Name am unteren Ende des Bildschirms ausgeschrieben steht. Aber vorsicht! Der Name eines Gegenstandes lässt nicht immer Rückschlüsse auf dessen gebrauch zu! Oder wüsstet ihr auf Anhieb, wofür ein Tobozon oder Buzuioli verwendet werden kann? Und genau bei der Verwendung von Gegenständen sind wir beim Knackpunkt: Gegenstände können innerhalb des Inventars nicht miteinander kombiniert werden, was eigentlich die Verwendungsmöglichkeiten beschränken sollte, jedoch hat man immer ein sehr volles Inventar und die Spielwelt wird immer größer, ohne nicht mehr gebrauchte Areale zu sperren, wodurch die "Benutze dies mit diesem"-Möglichkeiten exponentiell wachsen. Und da die Lösungen nicht immer gleich auf der Hand liegen, ist dieses Game ein riesen Trial-and-Error-Spielkasten, wobei 99% aller Versuche aufgrund der vielen Möglichkeiten in Error enden XD

 

Grafik & Spielwelt

Mal wieder ein Spiel, dass sich heutzutage eher an Nostalgiker und Retro-Fans richtet. Die gesamte Spielwelt ist leicht pixelig, aber wunderschön gemalt. Und dabei ist der kleine Mikrokosmos, der in diesem Spiel geschaffen wird nie langweilig oder eintönig. In dieser Festungsstadt, in der das gesamte Spiel stattfindet, ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Von dunklen Gassen in der Spielstraße, welche mit Neonschildern beleuchtet sind über eine in sepia gehaltene Vergangenheits-Szene bishin zu den wirklich gruseligen und ekligen Gefilden des Endbosses, in denen abgetrennte Gliedmaßen und eingewebte Lebewesen den Screen dominieren haben sich die Designer wirklich einiges einfallen lassen!

 

Soundtrack

Kurz und knapp... der Soundtrack ist schlapp! Meist besteht die Hintergrundmusik nur aus völlig unsinnigen und meist regelrecht unpassenden Soundeffekten. Wirkliche Hintergrund-MUSIK ist eigentlich nie zu hören. Zwar passt dieser Umstand schon zur völlig verrückten und abgredehten Welt von Woodruff, aber wenn man mal ganz ehrlich ist, werden die Entwickler einfach zu faul gewesen sein eine richtige Hintergrundmusik zu schreiben. Die Soundeffekte der einzelnen Aktionen von Woodruff gehen jedoch an sich ganz gut in Ordnung und passen in das chaotische und cartoonige Flair des Spiels. Auch die Sprachausgabe und die Lokalisation ist ziemlich gut gelungen, wobei viele Gespächspartner im Vergleich zu Woodruff leider viel zu leise abgemischt sind.

 

Fazit

Woodruff ist nichts für jeden! Dieses kurze Fazit trifft den Nagel wohl ziemlich auf den Kopf. Wer sich dem Charme eines wunderschön gezeichneten und wirklich sehr originellen Retro-Adventures nicht entziehen kann und dabei noch Spaß daran hat total wirre und verrückte Ideen auszuprobieren, wobei die abwegigsten Ideen sogar manchmal fuktionieren, dem kann ich Woodruff echt empfehlen! Wem jedoch eine monotone und meist unpassende "Hintergrundmusik" stört, wem gelegentliche auftretene Bugs den Tag vermiesen und wer die Erfindung von Erleichterungen in modernen Adventures, wie z.B. die "Itemhervorhebung" auf Knopfdruck, für die beste Sache seit Toastbrot hält, der hat mit diesem Spiel mit Sicherheit keine Freude!

Ich persönlich bin sehr froh, dass ich dieses Spiel durchgespielt habe und ich habe dabei auch wirklich viel gelacht! Jedoch war ich mindestens genauso froh, dass das Spiel endlich vorbei war XD